Historie

Bis 1984 gab es Freie Wähler in Großwallstadt (auch im Gemeinderat). Sie waren jedoch nicht als Verein organisiert. Z.B. kandidierten 1978 Leo und Adolf Schnabel für die FWG im Kreistag. Danach kandidierten die Freien Wähler in Großwallstadt nicht mehr. Dementsprechend mager waren auch die Wahlergebnisse für die FW bei den Kreistagswahlen

1984: 3064 Stimmen (3,5 %)

1990: 2503 Stimmen (2,3 %)

1996 war die Situation etwas besser, da ein Großwallstädter, nämlich Richard Ball (früher Mömlingen) sich bereit fand, für die FW zu kandidieren. Da es keine FW-Liste in Großwallstadt gab, kandidierte er auf der CSU-Liste. Im Kreistag kandidierte er auf Platz 15 der FWG-Liste. Er erhielt in Großwallstadt 1384 Stimmen (Kreisweit 9100)

Da es in allen Kommunen Freie Wähler in den Gemeinden- und Stadträten gibt, machte der FW-Kreisvorstand im Jahre 2001 zwei Versuche, um mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen und lud für den 08.06 und den 09.10. jeweils um 20.00 Uhr in den Gasthof Ochsen ein. Diesbezüglich wurde jeweils eine Anzeige (halbe Seite) im Gemeindeblatt geschaltet. Leider kam insgesamt nur 1 Zuhörer (Horst Amrhein). Die nächsten Versuche liefen über Elk Rittger, der versuchte entsprechende Personen zu finden. Er sprach dann Gerhard Zengel an, der auf der späteren Liste der Freien Wähler Großwallstadt kandidierte. Ungefähr zwei Wochen nach dem letztmaligen Versuch Bürger für die Freien Wähler zu gewinnen, meldete sich Roland Eppig bei Elk Rittger ( Elk Immobilien Elsenfeld), Edwin Lieb (FW Bürgermeister Mömlingen) und Hermann Spinnler (FW Bürgermeister Sulzbach) um sich nach dem Ergebnis der Veranstaltung vom 09.10.2003 zu erkundigen.

Herr Rittger vermittelte den Kontakt zum Kreisvorstand und Gerhard Zengel. Noch Ende Oktober traf man sich in der Gaststätte Bayerischer Hof in Großwallstadt. An dem Treffen nahmen Elk Rittger, Gerhad Zengel, Siegfried Specht (Mömlingen), Dr. H. J. Fahn, Hans Schnabel (späterer Bürgermeisterkandidat) und Roland Eppig teil.

Bei diesem Treffen beschloss man einen Ortsverein der Freien Wähler zu gründen. Fieberhaft wurden nun Bürger gesucht die sich kommunalpolitisch engagieren wollten., was in einer CSU-Hochburg gar nicht so einfach war.

Doch schon am 14.11.2001, war es so weit. Der Freie Wähler Ortsverband wurde in einer Versammlung, die um 20.30 Uhr im Gasthaus Adler stattfand gegründet. Hierbei wurden auch gleich die Listenplätze für die Gemeinderatswahl und ein Bürgermeister-kandidat festgelegt.

Um an der Wahl teilnehmen zu können musste jedoch erst noch eine Hürde übersprungen werden. 80 Bürger bzw. Bürgerinnen der Gemeinde Großwallstadt mussten eine auf der Gemeinde ausliegende Unterstützer- liste unterschreiben. Dies galt auch für den Bürgermeisterkandidaten.

Nachdem die Unterschriften erreicht waren wurde fristgerecht unser Wahlvorschlag beim Wahlleiter eingereicht. und für rechtens empfunden.

Bei der Kommunalwahl 2002 erreichte die Liste der Freien Wähler 17,23 % (5792 von 33.625 Stimmen) und errang drei Gemeinderatssitze. Dies stellte einen großartigen Erfolg dar.

Gründungsmitglieder waren :

Roland Eppig, Hans Giegerich, Günter Landwehr, Andree Karrer, Gerhard Zengel, Matthias Finn, Ralf Klement, Peter Schnabel, Hans Schnabel, Josef-Wilhelm-Fecher, Thomas Bräutigam, Richard Ball, Reiner Völker.

Bei der Kommunalwahl im Jahr 2008 konnten die Freien Wähler zwei Gemeinderatsmandate hinzugewinnen und erreichten fünf Sitze im Rat. Es entfielen insgesamt  32,84 % der abgegebenen Stimmen auf die Fraktion der Freien Wähler.

Die größte Überraschung war jedoch die Wahl des Freien Wähler Kandidaten Roland Eppig zum Bürgermeister. Er konnte sich kanpp mit 31 Stimmen Vorsprung (1113 Stimmen/50,71 %) gegen den amtierenden CSU Bürgermeister Reinhold Köhler (1082 Stimmen/49,29%) durchsetzen.

Die Freien Wähler hatten somit sechs Stimmen im 17 köpfigen Rat. Acht Mandate erreichte die CSU und drei Mandate die SPD.

Bei der Wahl im Jahr 2014 war das Minimalziel, kein Gemeinderatsmandat zu verlieren und das Amt des Bürgermeisters zu halten. Man rechnete maximal bei einem guten Verlauf mit dem Zugewinn eines Mandates.

Das Ergebnis überraschte nicht nur die Freien Wähler sondern auch die beiden anderen im Rat vertretenen Fraktionen.

Bürgermeister Roland Eppig konnte sein Wahlergebnis von 50,71 % (1113 Stimmen) auf 68,60 % (1641 Stimmen steigern) und wurde im Amt bestätigt. Sein Gegenkandidat von der CSU, Herr Achim Markert, erreichte 31,40 %  (751 Stimmen).

Die Fraktion der Freien Wähler konnte ihren Stimmenanteil von 32,84 % (10.740 Stimmen von abgegebenen 33.520 Stimmen) auf 56,52 % (20.995 Stimmen von abgegebenen 37.148 Stimmen) steigern und vier Mandate hinzugewinnen. Diese vier Mandate gingen zu Lasten der CSU.

Für die Legislaturperiode 2014 bis 2020 haben die Freien Wähler nun zehn Stimmen im 17 köpfigen Rat. Die CSU hat vier Mandate, die SPD drei Mandate.