
Sehr geehrte Gemeinderatskolleginnen und -kollegen, werter Kämmerer Andreas Knecht, Geschäftsleiter Markus Hartmann, liebe Zuhörer,
bevor ich mit meiner letzten Haushaltsrede beginne, möchte ich mich schon im Vorfeld bei allen Mitgliedern des Finanzausschusses und der Verwaltung für die konstruktive Vorberatung bedanken. In nur zwei Sitzungen wurde ein grundsolider und zukunftsfähiger Haushalt für das Jahr 2026 aufgestellt. Mit diesem kann der neue Gemeinderat getrost starten und arbeiten.
Die Beratungen umfassten alle dringenden anstehenden Investitionen. Auch wurden die Wünsche der Fraktionen berücksichtigt.
Die aktuell wichtigsten Baumaßnahmen sind die Fertigstellung des Verwaltungstraktes mit der Doppelsporthalle der Kardinal-Döpfner-Schule mit einem Volumen von 8,5 Mio. €, der Ausbau der Lindenstraße für 3,2 Mio. €, die Finanzierung der Kläranlagenerweiterung für 8,5 Mio. € und die Erschließung zur Erweiterung des Gewebegebiets „Am Wellenhäuschen“ für 900.000 €.
Diese Investitionen sind wichtig für unsere Infrastruktur und schließen sich nahtlos an die bereits erfolgreich getätigten Maßnahmen im Wasser- und Abwasserbereich, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, dem Ausbau der Infrastruktur für die Ansiedelung von Betrieben, der Niederlassung von Ärzten und Praxen die der medizinischen Versorgung dienen, sowie Schaffung von Einkaufsmöglichkeiten an.
Hierfür wurden in den letzten 18 Jahren 65,65 Mio. € aufgebracht. In der Summe sind Zuschüsse in Höhe von rund 7,63 Mio. enthalten.
Möglich war dies durch viel persönliches Engagement von mir, vorausschauendes Handeln des Gemeinderates und dem guten Zusammenspiel zwischen Politik und Verwaltung. Durch diesen in den Legislaturperioden von 2008 bis 2025 gelegten Grundstock erleichtern wir dem neuen Gemeinderat einen angenehmeren Start.
Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist das neue Kinderhaus St. Christophorus. Durch den Bau erfüllen schon heute, die Vorgaben der Staatsregierung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf die ab dem Jahr 2029 gefordert werden.. Dies ist eine erhebliche Erleichterung für den neuen Rat,. Viele andere Gemeinen müssen noch daran arbeiten.
Wieder einmal ist ein sehr wichtiges Merkmal des diesjährigen Haushalts und der künftigen Vorplanungen dass diese, falls keine finanziellen Einbrüche bei der Gewerbesteuer kommen, schuldenfrei gestaltet werden konnten.
Hier gilt der Dank allen Fraktionen, die an dieser komfortablen Situation mitgearbeitet haben. Dies verdient den Respekt aller Bürger.
Unsere Gemeinde ist seit 2013 schuldenfrei. Kluge, vorausschauende und klar strukturierte Finanzpolitik des Gremiums, Projekte erst anzupacken, wenn die Finanzierung steht, hat der Gemeinde seit dieser Zeit einen schuldenfreien Weg geebnet.
Dies sichert unseren Bürgerinnen und Bürgern, sowie den Gewerbetreibenden niedrige Steuern, Abgaben und Gebühren.
Leider werden von Bund und Freistaat noch zu viele Aufgaben ohne ausreichende Finanzdecke nach unten delegiert und vorgegeben.. Hier deutet sich jedoch beim Thema, dem BayBiKiG, eine Kehrtwende, also Entspannung an.
Der mahnende Finger zum Sparen geht von mir, vor allem wieder an den Kreis. Hier wünscht man sich die Zeiten der Raubritter zurück, denn damals musste man nur ein „Zehnt“ nach oben abführen.
Bei der Kreisumlage knappern wir hier jedoch schon unverständlicherweise an der 50 % Marke. Dies entspricht einer tägliche Zahlung unserer Gemeinde an den Kreis in Höhe von 12.892 €.
Zurück zu unseren eigenen Finanzen.
Wir können dem neuen Gemeinderat Kontostand Tagesabschluss 14.04.2026, 14.653.000 € brutto übergeben.
Hinzu kommen noch sofort vermarktbare Grundstücksreserven im neuen Gewerbegebiet von 9744 m². Diese haben einen Wert von 1.753.920 €. Des Weiteren gibt es eine Ankündigung für eine Zuteilung aus dem Sondervermögenmit dem wir nicht gerechnet haben.
Dies sind voraussichtlich 271.999 € dürften aber haushaltstechnisch erst 2027 zum Tragen kommen.
Im Jahr 2008, dem Beginn meiner Amtszeit, wurden aufgrund von Gewerbesteuereinbrüchen 9.868.000 € brutto übergeben.
Weiterhin übergeben wir dem neuen Rat, die fertigen Planungen für einen weiteren Lebensmittelmarkt und einer Tankstelle. Investor ist hier die Firma Wolfert. Entstehen wird dies am mittleren Kreisel von Großwallstadt. Für den Start muss noch lediglich das Ergebnis des zweiten Verkehrsgutachten abgewartet werden.
Dem neuen Gremium wünsche ich weiterhin kluges Handeln was Abstimmung von Wünschen und Pflichtaufgaben betrifft. Dann werden wir weiterhin eine Spitzenposition im Landkreis Miltenberg behalten.
Deshalb noch einmal, wie eingangs erwähnt, Lob an alle Beteiligten die in den letzten 18 Jahren die Gemeinde so entwickelt haben, wie sie heute dasteht.
Dazu gehören der Finanzausschuss, unser Kämmerer Andreas Knecht, die Geschäftsleitungen Burkhard Englert, Wilhelm Berninger und Markus Hartmann sowie die Räte die beim Erstellen der Haushalte mitgewirkt haben.
Ich bitte den Gemeinderat dem Zahlenwerk zuzustimmen und dem einstimmigen Empfehlungsbeschluss des Haupt- und Finanzausschusses zu folgen.
Ihr Roland Eppig
1. Bürgermeister
