Weihnachtsansprache des Bürgermeisters Roland Eppig

Werte Gemeinderatskolleginnen und Kollegen, liebe Zuhörer,

ein sehr bewegtes Jahr voller neuer Erkenntnisse und Erfahrungen geht zu Ende. Deshalb bietet der Jahresausklang die Möglichkeit auf die Veränderungen zurückzublicken und die vorliegenden  Aufgaben im Blick zu haben.

Mit der Kommunalwahl 2020 zog mit den Bürgern für Grosswallstadt die  vierte Gruppierung ins Gemeindeparlament ein.

Was jedoch derzeit alles überschattet ist die Corona-Pandemie, die nicht nur unsere Gemeinde, sondern das gesamte Land in Atem hält.

Nach einem sogenannten Lockdown, der im Frühjahr Deutschland im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich fast still stehen ließ, wird unser Land ab morgen, also über Weihnachten bis weit ins neue Jahr, nochmals in eine Starre verfallen. Dies ist nötig, um die Pandemie in den Griff zu kriegen.

Die Zahl der Erkrankten steigt von Tag zu Tag und die Intensivstationen erreichen ihre Kapazitätsgrenzen. Es ist unverständlich weshalb es dennoch immer noch viele Menschen gibt, welche diese Gefahr verdrängen. Sie berufen sich auf ihre Grundrechte und vergessen dabei ihre Pflichten was den Gesundheitsschutz aller hier lebenden Menschen betrifft. Auch Grosswallstadt war kurzzeitig ein Corona Hot-Spot und wir hatten auch Todesfälle zu beklagen. Wir sind froh, dass sich die Lage derzeit einigermaßen stabilisiert hat.

Das öffentliche Leben das morgen wieder heruntergefahren wird, stellt die Menschen wieder vor große Herausforderungen. Derzeit weiß man nicht, ob die Maßnahmen ausreichen und noch einmal weitere Kontaktverschärfungen zu Weihnachten nötig werden.

Mit den aktuellen Beschränkungen die ab dem 16.12.2020 greifen wird der Kontakt zu haushaltsfremden Personen eingeschränkt. Deshalb wird Weihnachten in diesem Pandemiejahr wirklich auf ein Fest der Familie heruntergebrochen.

Vielleicht kann man sich jetzt vorstellen bzw. hineinversetzen, wie einsam sich bisher Alleinstehende und ältere Menschen ohne Familienanschluss über diese Feiertage gefühlt haben.

Wir die Weihnachten noch im engsten Familienkreis Kreis feiern dürfen sollten gerade jetzt an solche Menschen denken die sich im Krankenhaus oder Altenheim befinden und keinen Besuch empfangen dürfen.

Nutzen wir deshalb Weihnachten – die stille, heilige Nacht – als eine Zeit der Besinnung. Konnten wir uns in den vergangenen Jahren zur Vorbereitung mit Freunden treffen, dürfen wir jetzt die langen Winterabende im Kreis der Familie verbringen.

Also eine gute Gelegenheit innerlich zur Ruhe zu kommen, da die Hektik des Alltags durch den Lockdown, wenn auch nur für einen kurzen Moment, aus dem Leben weicht.

Genießen wir also in Zufriedenheit die bevorstehende, angenehme Ruhe dieser besinnlichen Tage und nehmen uns die Zeit, die zurückliegenden Monate Revue passieren zu lassen. Lasst uns Fehler erkennen, Lehren daraus zu ziehen und hierdurch Kraft für das neue Jahr zu schöpfen.

Trotz der bestehenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens, hat der Gemeinderat im ablaufenden Jahr erfolgreich gearbeitet. Die ihm auferlegten Aufgaben sind aus Sicht der Verwaltung zügig und schnell zum Wohl der Gemeinde gemeistert worden.

Die Entlastungsleitung zur Gemeinschaftskläranlage nach Elsenfeld ist in einer Rekordzeit entstanden und konnte Anfang des Jahres in Betrieb genommen werden.

Gleiches gilt für das Projekt Wasserversorgung. Innerhalb eines dreiviertel Jahres wurde ein Provisorium umgesetzt, dass man den erhöhten Wasserbedarf abdecken kann. Dies war wichtig für den Wohlstand der Region und Sicherung von Arbeitsplätzen.

Hier gilt es dem Gemeinderat ausdrücklich danke für die zeitnahe und schnelle Umsetzung zu sagen.

Erfreulich ist, auch wenn es anfangs Irritationen zwischen den Kosten der Aktivkohlefilteranlage und dem Wasserwerk gegeben hat, dass fast alle Teile die im Provisorium verwendet wurden auch im neuen Wasserwerk eingebaut werden können.

Die Bauarbeiten zur Erweiterung und Generalsanierung der Aussegnungshalle sind abgeschlossen. Das Bauwerk wurde offiziell am 31. Oktober eingeweiht und der Öffentlichkeit bzw. seiner Bestimmung übergeben. Das Gebäude ist jetzt Barrierefrei zugänglich. Dies gilt auch für die dortige neue WC-Anlage.

Die Arbeiten zur Verkehrsführung rund um das Kriegerdenkmal sind abgeschlossen. Die war ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Schulwegsicherheit.

Mit den Aktionen für die Bevölkerung „Pflanz einen Baum“ und Schaffung von Ausgleichflächen wurde der grüne Gedanke bei der Gestaltung von Großwallstadt umgesetzt.  An der Ecke Obernburger Straße/Alte Straße wurde eine neue Verweilzone mit Bank geschaffen. Hier pflanzte der Obst- und Gartenbauverein zwei Bäume. Den Platz vor dem Kriegerdenkmal ziert wieder eine Kastanie. Gegenüber wurde das Gesamtbild durch einen Kugel Amberbaum abgerundet.

Die Gewissheit, dass unsere Feuerwehr ein Teleskopgelenkmastfahrzeug zur Verfügung gestellt bekommt und ein weiteres älteres Fahrzeug von der Gemeinde durch Neubeschaffung ersetzt wird ist für den Brandschutz und die Rettungssicherheit unserer Bürger sehr wichtig.

Ebenfalls erfreulich ist, dass 2021 das Ärztehaus am Südkreisel mit Leben gefüllt wird. Dort wird eine Radiologie, eine Kinderarztpraxis und wie es aktuell aussieht auch eine zweite Orthopädiepraxis eröffnen.

Um die genannten Aufgaben zu meistern traf sich der Gemeinderat zu insgesamt 29 Sitzungen. Davon entfielen 13 auf den Gemeinderat, 12 Mal tagte der Bauausschuss, drei Mal der Finanz-Ausschuss und ein Mal kam der Ortsentwicklungsausschuss zusammen.

Die vom Gemeinderat gelösten Aufgaben waren für unsere Gemeinde zwar sehr erfreulich, was jedoch nicht bedeutet, dass sich der Rat zurücklehnen kann.

Das Wasserwerkprovisorium wird 2021, wenn alles glatt läuft, durch einen Neubau ersetzt.

Ebenfalls wartet die durch unseren Rektor Horst Kern für die Kardinal-Döpfner-Schule angemahnte Erneuerung der Schulturnhalle und Umbau des Sozialtraktes.  Der Neubau des Kinderhauses wartet aufgrund des erhöhten Bedarfs ebenfalls auf Umsetzung. Für beide Maßnahmen wurden heuer, durch Planung die Grundlagen gelegt.

Auch die Lindenstraße wartet auf Erneuerung. Durch ihre Sanierung wird die letzte vorhandene Engstelle unserer Kanalisation beseitigt. Können wir diese Maßnahme umsetzen, wird auch die Schulwegsicherheit für unsere Kinder in diesem Bereich erhöht.

Wie es mit dem geforderten Übergang der Kreisstraße in Höhe Odenwaldstraße weitergehen wird, können wir laut Landratsamt vermutlich erst im Februar erfahren.

Sicherlich interessant wird auch die Umgestaltung der Fläche rund um die „Alte Schule“.  Die Sanierung der zwei ältesten unserer Hochbehälter steht, wie die Erweiterung des Bauhofes, in der Warteschleife der Agenda. Durch Optimierung des Bauhofes könnte das bestehende Lager unterhalb der Volkshalle aufgelöst und für Parkraum frei gemacht werden.

Obwohl in den letzten Jahren viel in unser Schwimmbad investiert wurde steht der dortige Sanitärbereich ebenfalls zur Generalsanierung an. Dieser ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit und sollte zwecks Attraktivitätssteigerung der Main-Auen-Bade-Welt angegangen werden.

Lassen Sie mich nun den Rückblick auf Geleistetes und den Blick in die Zukunft beenden. In der kurzen Zusammenfassung sind bestimmt nicht alle Aufgaben die uns im Gemeinderat erwarten aufgezeigt können aber erahnen lassen mit welchen Themen wir uns beschäftigen müssen.

Lassen Sie mich am Ende meiner Ausführungen auch Dank und Lob auszusprechen.

Unser Dank gilt den „Ehren- und Hauptamtlichen“ in Vereinen, Organisationen und Verbänden für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

Gerade in der Pandemiezeit standen die Verantwortlichen vor schwierigen Aufgaben und nicht jede Entscheidung war leicht zu fällen und zu vermitteln. Denn Vereine müssen laufen und die Mitglieder bei der „Stange“ gehalten werden.

Neben den Vereinsvorsitzenden, Verbandsvorständen und ihren ehren-amtlichen Helfern standen unsere Schul- und Kindergartenleitungen im Focus der Pandemie. Auch die seelsorgerische Betreuung unserer Pfarreien durch Herrn Pfarrer Ernst Haas und Herrn Pfarrer Stefan Meyer wurden vor neue Herausforderungen wie zum Beispiel Onlinegottesdienste gestellt.

Viele mögliche, sportliche Erfolge im Amateurbereich fielen den strengen Hygienemaßnahmen zum Opfer. Diese ließen quasi die Ausübung von Vereinssport nicht zu. Gleich hart traf es auch das kulturelle Leben der Vereine im Ort. Die Corona-Pandemie ließ keine Veranstaltungen zu und bringt jetzt sogar das traditionelle Weihnachtsblasenachte zu Fall.

Zuletzt möchte ich dem Gremium, also Euch lieben Kolleginnen und Kollegen für die gute Zusammenarbeit im zur Neige gehenden Jahr 2020 danken und uns für das Jahr 2021 gute Entscheidungen zur Umsetzung von Zielen jedes einzelnen wünschen. Der Dank gilt auch den Mitarbeitern der Verwaltung, des Bauhofs und unseren Hausmeistern die mich in dieser schwierigen Zeit unterstützt haben die Geschicke der Gemeinde zu meistern.

Petra Heierhoff, hat dies mit ihren Worten, die gerade in der jetzigen Pandemiezeit Bedeutung finden, auf den Punkt gebracht.

  • Solange wir Träume haben, leben wir.
  • Solange wir leben geben uns Träume Hoffnung.
  • Solange es Hoffnung gibt haben wir keine Angst vor der Zukunft.
  • Die Zukunft liegt in unseren Händen.
  • Träumen wir nicht nur, sondern leben wir sie.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen und natürlich unseren Zuhörern ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start in ein glückliches mit Gesundheit verbundenes und unter Gottes Segen, stehendes Jahr 2021.

Ihr
Roland Eppig
1. Bürgermeister

 

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